Kunst, so weit das Auge reicht – Florenz

Die ganze Stadt ist ein Augenschmaus: die schönsten Kirchen und Plätze, Brücken und Gärten

Wenn Sie die Schönheit von Florenz in ihrer Gesamtheit erkunden wollen, sollten Sie dies am besten in den ganz frühen Morgenstunden tun, wenn nur hin und wieder ein Wagen der Stadtreinigung durch die Straßen rattert und keine Menschenmassen die Sicht auf die architektonischen Ensembles versperren.

Man muss Florenz zu Fuß genießen – keine Schwierigkeit, denn fast alle Sehenswürdigkeiten liegen innerhalb der Quadratmeile des Zentrums!

Die Kirchen sind im Allgemeinen 8-12.30 und 15 bzw. 16-18 Uhr geöffnet. Sammeln Sie Kleingeld: Die Sprechsäulen und die Apparate zum Einschalten der Scheinwerfer in Kapellen werden damit gefüttert!

Die Museumslandschaft von Florenz ist unendlich vielfältig: Außer den weltberühmten Uffizien und dem Palazzo Pitti mit ihren Gemäldesammlungen sind das Museo del Bargello und die Galleria dell’Accademia mit bedeutenden Skulpturen, sowie eine Vielzahl über die Stadt verstreute wissenschaftliche und andere Museen sehenswert. Beachten Sie, dass in der Regel der Einlass in Kirchen sowie der Kartenverkauf für Museen und Parks 30-60 Minuten vor Schließung aufgehoben wird.

Florence seen from Michelangelo square: Arno River, Palazzo Vecchio, Duomo, beautiful sky, hills in the horizont at sunset

Battistero di San Giovanni

Das Innere der achteckigen Taufkirche mit weißgrüner Marmorverkleidung beeindruckt vor allem durch das große byzantinische Kuppelmosaik und den schönen Mosaikfußboden aus dem 12. Jh. Eine eingehende Betrachtung verdienen die drei Bronzeportale des Baptisteriums. Am berühmtesten ist die zum Dom gerichtete Paradiestür. 26 Jahre (1426-52) war man in der Werkstatt von Lorenzo Ghiberti mit der Fertigung des Portals beschäftigt. Auf zehn Bronzefeldern sind Szenen aus dem Alten Testament dargestellt. Der Glatzkopf in der rechten Leiste des linken Türflügels ist ein Selbstporträt Ghibertis. Einige der Reliefplatten wurden 1966 von der Flut des Arno weggespült und durch Kopien ersetzt; die Tür erstrahlt jetzt im Glanz ihrer neuen Vergoldung. Die restaurierten Originalplatten befinden sich im Dommuseum. Ebenfalls von Lorenzo Ghiberti stammt das Nordportal mit seinen 28 Feldern. Das älteste ist das Südportal, an dem Andrea Pisano 1330-36 die geistlichen und die weltlichen Tugenden darstellte. Mo-Sa 12-19, So und 1. Sa im Monat 8.30-14 Uhr | Eintritt 3Euro | Piazza S. Giovanni | www.operaduomo.firenze.it

Duomo di Santa Maria del Fiore & Campanile

Der Dom mit seiner mächtigen Kuppel bestimmt weithin die Silhouette der Stadt. Sein Bau war gewissermaßen ein später Triumph, denn Pisa, Lucca, Pistoia, Prato und Siena hatten alle schon ihre prunkvollen Kathedralen, als sich die Stadtregierung 1296 endlich zum Bau einer neuen Kathedrale für Florenz durchrang und Arnolfo di Cambio mit ihrer Errichtung beauftragte. 1368 war der mächtige Bau vollendet – allerdings fehlte noch die Kuppel; sie wurde erst in den Jahren 1420-34 von Filippo Brunelleschi aufgesetzt. Der vorgesehene Kuppeldurchmesser von über 45 m warf bisher nie da gewesene Konstruktionsprobleme auf. Brunelleschis Konzept beruhte im Wesentlichen darauf, dass einander zugeneigte Körper sich gegenseitig stützen, und so baute er einen geschlossenen Kuppelring auf den anderen.

Galleria degli Uffizi

Das Gebäude wurde nach Plänen Giorgio Vasaris im Auftrag Cosimo I. de’Medici 1559-81 erbaut, um die Ämter des Staates aufzunehmen. Inzwischen beherbergt die Galleria degli Uffizi in 39 Sälen im oberen Stockwerk eine der reichhaltigsten und berühmtesten Gemäldesammlungen der Welt und in der zweiten Etage das Gabinetto dei Disegni e delle Stampe, eine Sammlung von 104000 Zeichnungen und Drucken. Die darunterliegenden Stockwerke werden seit zwei Jahren zu neuen Ausstellungsräumen für die Nuovi Uffizi, die „Neuen Uffizien“, ausgebaut (man kann die Bauarbeiten online mitverfolgen unter www.nuoviuffizi.it). Hier sollen neben einer neuen Präsentation aller bisher zu sehenden Werke auch viele der seit Jahren in den Magazinen versteckten Kunstgegenstände Platz finden.

Museo dell’Opera del Duomo

Hier sind die Originalskulpturen ausgestellt, die an Dom, Baptisterium und Campanile durch Kopien ersetzt wurden, sowie alle mit dem Bau dieser Gebäude verbundenen Werkzeuge, Pläne und Projekte: ein besonders sehenswertes Museum! Mo bis Sa 9-19.30, So 9-13 Uhr | Eintritt 6 Euro | Piazza del Duomo | www.operaduomo.firenze.it

Palazzo Medici-Riccardi

Hier wohnte Cosimo der Ältere mit seiner Familie bis zu seinem Tod 1464. Zwanzig Jahre zuvor hatte er Michelozzo mit dem Bau dieses repräsentativen Palastes mit seiner imposanten Rustikaquaderung beauftragt. Eine besondere Neuerung war der Innenhof mit seinen Arkaden, über denen das Medici-Wappen prangt. Nur wenige Räume und die von Benozzo Gozzoli 1459 mit wunderschönen Landschaftsfresken ausgemalte kleine Hauskapelle können Sie besichtigen. In den übrigen Räumen logiert die Stadtverwaltung. Do-Di 9-19Uhr | Eintritt 4 Euro | Via Cavour, 1 | www.palazzo-medici.it

Quelle