FÜNF GRÜNDE, WARUM DU NACH BOLOGNA REISEN SOLLTEST

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Bologna liegt nur selten auf der Route von Italienreisenden (es sei denn, man ist zufällig Erasmus-Student oder Reiseblogger). Dabei ist Bologna angeblich ein bisschen wie Florenz – nur ohne die Touristen. Ob das stimmt, kann ich nicht sagen, da ich noch nie in Florenz war. Was ich aber sagen kann ist, dass Bologna eine echt coole Stadt ist, die man ruhig mal ansteuern sollte. Hier fünf Gründe warum.

Die Überdachte

Die Altstadt von Bologna mit ihren Gassen, versteckten Kirchen und Palazzi ist ziemlich groß und es macht total Spaß, durch die Sträßchen zu streifen. Das Besondere daran ist aber, dass große Teile davon überdacht sind: In Bologna gibt es insgesamt 40 km Arkaden, also überdachte Säulengänge („portici“). Ursprünglich wurden sie im Mittelalter gebaut, um die Häuser darüber größer ausbauen zu können. In den Säulengängen spielt sich das Leben ab: Da gibt es Geschäfte, Marktstände, halten Leute ein Schwätzchen, sitzen im Café oder sprühen Graffiti an die Wand. Manche sind klein und niedrig, andere ausladend und mit Deckengemälden verziert. Und wenn die Sonne brennt oder es regnet, kann man im Schutz der Arkaden trotzdem weiter auf Erkundungstour gehen.

Die Coole

Ich finde, Bologna hat irgendwie einen coolen „Vibe“. Das könnte daran liegen, dass Bologna mit der ältesten Universität Europas und ca. 80.000 Studenten aus aller Welt eine Studentenstadt par excellence ist. Hier sammeln sich definitiv viele junge Leute, Hipster, Alternative, Künstler. Am Wochenende traf ich in Berlin Modedesignerin Nina, die in Bologna studierte und mir bestätigte: “So viel alternatives Flair in Verbindung mit so einer großen alten Stadt gibt es sonst nirgends in Italien, das ist nicht üblich.“

Folglich gibt es in Bologna auch jede Menge Bars, Cafés, kleine Shops, Gallerien, Konzerte, Vintage-Läden, Streetart und Graffiti, verschiedene Szenen sind vertreten und treffen aufeinander (irgendwie musste ich bei den Leuten und der ganzen Atmosphäre teilweise an Barcelona denken). Abends ab 18 Uhr trifft sich alles zum „Aperitivo“ (übrigens eine der besten Erfindungen ever) in einer der zahlreichen kleinen Straßenkneipen zum Bier, Wein oder Aperol Spritz, zu dem kleine Snacks gereicht werden (teilweise auch ganze Buffets!). Oder man setzt sich einfach gleich auf die Piazza, und zwar direkt auf den Boden, wie jeden Abend auf der Piazza Giuseppe Verdi in der Altstadt:

Die Geschichtsträchtige

In der Altstadt Bolognas lauert Geschichtsträchtiges an jeder Ecke. Das Wahrzeichen sind die beiden mittelalterlichen „Geschlechtertürme“ Torre Garisenda und Torre degli Asinelli. Auf letzteren kann man sogar hochsteigen und hat von oben einen wunderbaren Panoramablick auf die Stadt. Ich wünschte, ich könnte sehen, wie es im Mittelalter ausgesehen haben muss mit 180 dieser Türme. Mittelalter-Manhattan!?

 

Im Palazzo dell’Archiginnasio war früher der Sitz der alten Universität, heute noch ein echt beeindruckendes Gebäude mit zahllosen Wappenfresken von Studenten und Professoren und einem historischen Anatomiesaal. Um die Ecke auf der Piazza Maggiore steht unübersehbar die Basilica San Petronio. Bescheiden geplant als größte christliche Kirche der Welt, wurde sie bis heute nicht vollendet. Außen wundert man sich vielleicht über die Militärpräsenz, innen dann der Grund: Ein meterhohes berüchtigtes Fresko, auf dem das Jüngste Gericht nach Dantes „Göttlicher Komödie“ dargestellt ist und auf dem der Prophet Mohammed abgebildet ist, wie er in der Hölle von Dämonen gequält wird.

Die Fette

Im Italienischen wird Bologna auch „La Grassa“ genannt – die Fette. Das liegt daran, dass der essenstechnische Dolce-Vita-Faktor hier extrem hoch ist: Tagliatelle al ragù (bei uns oft als „Bolognese“ betitelt), Tortellini und Tortelloni, Parma-Schinken, den ‘echten’ Parmesan, Mortadella und frittiertes Brot (Prädikat: leider geil!), diverse gute Weine, Gourmet-Balsamico-Essig undsoweiterundsofort kommen aus Bologna bzw. der Region Emilia-Romagna. Außerdem ja die praktische Erfindung des „Aperitivo“ (s.o.). An verschiedenen Orten in der Stadt und außerhalb auf dem Land kann man Kochkurse belegen und in der „Gelato University“ lernen, wie man echtes Gelato herstellt. Muss ich da noch mehr sagen??

Die Skurrile

In Bologna gibt es nicht nur ein System versteckter Kanäle, sondern auch weitere skurrile Dinge, u.a. nicht nur einen schiefen Turm, sondern zwei (die beiden letzten verbleibenden Geschlechtertürme aus dem Mittelalter von oben, wobei der Torre Garisenda wirklich schon ziemliche Schlagseite hat). Außerdem befinden sich auf der Piazza Maggiore ein extrem skandalöser Neptunbrunnen und eine “Flüsterecke” in einem Säulengang (wenn man mit dem Gesicht zur Wand in eine Ecke spricht, hört man das ein paar Meter gegenüber an der Wand stehend klar und deutlich). Bestimmt gibt es noch viele andere skurrile Dinge in Bologna zu entdecken. Deshalb muss ich ja auch dringend nochmal hin! 😉

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